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XEDOX.DE - Hans Thoma


Hans Thoma wurde am 02. Oktober 1839 in Bernau geboren. Sein Vater war als Schindelmacher t√§tig, die Mutter entstammte einer b√§uerlichen Kunsthandwerkerfamilie. Thoma hatte noch zwei Geschwister, einen √§lteren Bruder und eine j√ľngere Schwester. Nachdem er die Volksschule in Bernau besucht hatte, verlie√ü der junge Thoma mit 14 Jahren seine Heimat, um bei einem Lithographen und einem Maler in Basel in die Lehre zu gehen.



Nach kurzer Zeit kehrte er jedoch wieder nach Bernau zur√ľck und nahm zun√§chst Zeichenunterricht. Eine neue Lehre, die er 1855 bei einem Uhrenschildmaler in Furtwangen begann, musste er nach vier Wochen wieder abbrechen, da sein Vater gestorben war, und die Mutter das Lehrgeld nicht mehr bezahlen konnte.

Hans Thoma blieb zu Hause in Bernau, bildete sich mit eigenen Mal- und Zeichenstudien weiter und arbeitete wie besessen. Während dieser Zeit malte er beispielsweise die Bilder "Ansicht von St. Blasien" (1858) und "In Bernau Dorf"(1859).

Inzwischen war man auf den jungen Maler aufmerksam geworden und schickte einige seiner Bilder zur Begutachtung an die Kunstschule Karlsruhe, wo diese positiv beurteilt wurden.

Dadurch erhielt Hans Thoma 1859 ein Stipendium des Gro√üherzogs Friedrich I. von Baden. Seine Lehrer in Karlsruhe waren Wilhelm Schirmer und Ludwig des Coudres. Die Bilder, die Thoma meist w√§hrend der Sommermonate in Bernau malte, stie√üen jedoch an der Kunstschule auf gro√üe Kritik und er sah keine M√∂glichkeit dort k√ľnstlerisch weiterzukommen. Schlie√ülich ging Thoma 1867 nach D√ľsseldorf und lernte dort den Maler Otto Scholderer kennen, der als einer der ersten sein gro√ües Talent erkannte. Dieser nahm ihn ein Jahr sp√§ter mit auf eine Reise nach Paris, wo Thoma unter anderem mit Gustave Courbet und dessen Werk bekannt wurde. Diese f√ľr ihn wichtige Begegnung beschrieb er sp√§ter so: "Nun glaubte ich meine Bilder malen zu k√∂nnen. Es war eine sch√∂ne Zeit aufbl√ľhender Hoffnung."
Diese erf√ľllte sich jedoch nicht, denn die folgenden zwei Jahre verbrachte Thoma in finanzieller Not und ohne k√ľnstlerische Anerkennung in Bernau, S√§ckingen und Karlsruhe.

Erst der Wechsel in die "Malerstadt" M√ľnchen im Jahre 1870 brachte ihm den Zuspruch gleichgesinnter K√ľnstler. In dieser Zeit entstanden die bekannten Bilder "Der Rhein bei Laufenburg" (1870) und "Der Rhein bei S√§ckingen" (1873).

Thoma hielt sich wiederholt gerne am Hochrhein auf und erwies unserer Heimatstadt mit dem Satz: "Wie schön ist doch Laufenburg!" seine Referenz.

Im Sommer 1873 lernte Thoma den Frankfurter Arzt Dr. Otto Eiser kennen, der sein lebenslanger Förderer wurde und ihm zahlreiche Aufträge verschaffte.

1874 begab er sich auf eine dreijährige Italienreise. Weiter bereiste er wiederholt England sowie Florenz, Venedig und Oberitalien.
Im Fr√ľhjahr 1875 war er wieder in M√ľnchen und lernte dort Cella Berteneder kennen, die als Malermodell arbeitete und zwei Jahre sp√§ter seine Frau wurde. Nach der Hochzeit, die in S√§ckingen stattfand, zog Thoma mit seiner Familie nach Frankfurt a.M., wo er √ľber zwanzig Jahre verbrachte.

In dieser Zeit, die von einer gro√üen Schaffensenergie gekennzeichnet war, entstand der gr√∂√üte Teil seines k√ľnstlerischen Werkes. Und dennoch fand die erste Ausstellung mit Werken von Hans Thoma nicht in Deutschland, sondern in England statt.

Charles Minoprio aus Liverpool, ein geb√ľrtiger Frankfurter, kaufte1879 sein erstes Landschaftsbild von Thoma und f√ľgte dem in den folgenden Jahren weitere Bilder hinzu. So entstand eine Sammlung von √ľber 60 Werken in englischem Besitz, mit denen 1884 die erste Sammelausstellung im Liverpooler Kunstverein er√∂ffnet wurde. In diesen Jahren waren die Bilder Hans Thomas von fast allen deutschen Ausstellungen zur√ľckgewiesen worden.

Minoprio war es auch, der Thoma beauftragte ein weiteres Mal nach Italien zu reisen und dort verschiedene Landschaften zu malen. Die Reise in Begleitung seiner Frau f√ľhrte den Maler nach Florenz, Neapel, Rom und Siena.

In den n√§chsten Jahren arbeitete Thoma √ľberwiegend in Frankfurt und war u.a. mit der Ausmalung von Geb√§uden besch√§ftigt.

Erst 1890, Hans Thoma war inzwischen schon 51 Jahre alt geworden, gelang mit einer gro√üartigen Ausstellung im M√ľnchner Kunstverein der gro√üe k√ľnstlerische Durchbruch. Die meisten der 36 Gem√§lde wurden verkauft und brachten Thoma, der in den n√§chsten Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhielt, seinen sp√§ten Ruhm.

Davon profitierte auch die Heimatgemeinde, als im Jahre 1892 die von Thoma entworfene und gemalte Fahne f√ľr den Gesangverein Bernau eingeweiht wurde.

Nach weiteren Italienreisen, längeren Aufenthalten im Schwarzwald, sowie Reisen in die Niederlande, wo Thoma die alten Meister, vor allem Rembrandt und Potter, studierte, wurde er im Jahre 1899 durch den Badischen Großherzog Friedrich nach Karlsruhe berufen und zum Direktor der Kunsthalle und Professor der Kunstschule bestellt.

In die Zeit seines gr√∂√üten Erfolges fiel auch der Tod von Thomas Mutter, die ihm sehr viel bedeutet hatte und stets seine gro√üe St√ľtze war.

Mit der Umsiedelung der Familie und Thomas Berufung nach Karlsruhe stand er als nunmehr Sechzigj√§hriger nicht nur auf dem H√∂hepunkt seiner Karriere, sondern er geh√∂rte auch zu den beliebtesten Malern seiner Epoche. Zu seinem 70.Geburtstag im Jahre 1909 er√∂ffnete die Karlsruher Kunsthalle das Hans-Thoma-Museum. An seinem achtzigsten Geburtstag erhielt er neben anderen Ehrungen den Ehrenb√ľrgerbrief der Stadt Freiburg, sowie im selben Jahr den der Stadt Karlsruhe.

Hans Thoma starb am 7.11.1924 in Karlsruhe und wurde auf dem dortigen Hauptfriedhof beigesetzt.

Aus Anlass seines 100. Geburtstages im Jahre 1939 wurde dieses zum Hans-Thoma-Jahr erklärt und der Grundgedanke eines stets wiederkehrenden Hans-Thoma-Tages beschlossen.










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