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Suche nach Hinweisen
Die Suche im Internet brachte mich zur Homepage von DL7PE. Seine AusfĂŒhrungen dort auf waren fĂŒr mich nicht ausreichend. DL7PE bietet eine ausfĂŒhrliche Beschreibung als CD-Rom zum Kauf an. Bessere Tipps fand ich bei DL7AHW. Er baut Antennen aus Haarspraydosen und Tetra-Pack TĂŒten. DL7AHW gibt auf seiner Seite zwei kleine Programme zum Berechnen der Antenne mit. Auch eine kleine Formelsammlung und nĂŒtzliche Hinweise sind dort angegeben.
Zuerst kommt der Taschenrechner zur Anwendung
Mit dem DOS-Programm "Mitspule.exe" von DL7AHW ist es möglich eine kapazitive Antenne zu berechnen. Dort wĂ€hlt man nur die Arbeitsfrequenz und alle relevanten Daten werden, bezogen auf ein 22 mm Rohr als Kondensator, angezeigt. Falls man kein 22 mm Rohr zur VerfĂŒgung hat, muß man die dort angegebene FlĂ€che auf einen anderen Rohrdurchmesser umrechnen. Das gleiche gilt fĂŒr die Spulendaten. Als Hilfe zur Spulenumrechnung gibt DL7AHW das Programm "Spulenprg.zip" mit.

Probeaufbau
Zum Vergleich baute ich 2 Antennen aus der Bastelkiste. Eine fĂŒr 7,050 MHz und eine fĂŒr 3,550 MHz. FĂŒr die 7 MHz Version wĂ€hlte ich ein 75 mm PVC-Rohr als AntennentrĂ€ger, fĂŒr 3,5 MHz ein 110 mm PVC-Rohr. Den Kondensator machte ich aus etwas dickerer Aluminiumfolie. Dazu markierte ich die errechneten Maße mit einem Filzschreiber auf dem Rohr und klebte Doppelklebeband auf. Das Doppelklebeband hĂ€lt die Aluminiumfolie optimal am Rohr. Die Spule wickelte ich aus Schaltlitze "H07V-K" 1 mmÂČ. Da dort der Kabeldurchmesser mit Isolierung 2,5 mm betrĂ€gt, musste ich bei der Spulenberechnung die neue LĂ€nge berĂŒcksichtigen. Dabei war "Spulenprg.zip" sehr hilfreich.

Der Abstand zwischen Spule und Rohrkondensator betrÀgt ca. 20 mm.
Maße
7 MHz
Kondensator C = 10,3 pF, F = 46353 mmÂČ, d = 75 mm, h = 197 mm
Spule L = 50,1 uH, d = 77,5 mm, h = 100 mm, Wdg. = 33,5
DrahtlÀnge 8208 mm
Zuleitung RG58, 6950 mm
AntennenlÀnge 350 mm
...
3,5 MHz
Kondensator C = 18,5 pF, F = 108179 mmÂČ, d =110 mm, h= 313 mm
Spule L = 151,8 uH, d = 112,5 mm, h = 111 mm, Wdg. = 44,3
DrahtlÀnge 15657 mm
Zuleitung RG58, 13400 mm
AntennenlÀnge 600 mm
Erste Versuche
Zuerst testete ich die 7 MHz Version. Der Versuchsaufbau war ohne Zuleitung RG58, einfach auf dem Tisch. Den Draht der Spule in den Antennentuner gesteckt und abgestimmt.
Ich war begeistert - laute Signale um S9! Ich hörte eine deutsche Station CQ Rufen. Eine japanische Station (5 el Yagi) antwortete. Als Vergleich diente meine liegende Loop (42 Meter unter Dach). Die DL-Station brachte am Loop S8, an der Kap.-Antenne S9+5. Die JA-Station brachte am Loop S9, an der Kap.-Antenne S8. UNGLAUBLICH - Diese kleine Antenne steht mitten in Shack und hört den Japaner.
Abstimmung
Um mit der kleinen Antenne zu Senden muß diese genau abgestimmt sein. Bei Standortwechsel reagiert die Kap.-Antenne sehr empfindlich. Die Zuleitung sollte nicht "verknotet" oder in Schlingen liegen. Besser geht es, indem man das Kabel gleichmĂ€ĂŸig in Schleifen, oder gerade auslegt.
Zum Abstimmen verkĂŒrze ich die Spule indem ich eine angelötete Nadel in das Kabel der Spule steche. Das SWR lĂ€sst sich so verbessern, wird aber nicht optimal.
Dabei gilt, kĂŒrzere Spule = Erhöhung der Resonanzfrequenz.

Modifikationen
Von DL7AXO erhielt ich im GesprĂ€ch noch einige Hinweise. Er bekam eine selbst gebaute Micro Vert fĂŒr 7 MHz von einem SWL die er auch zum Senden verwendet. Der Trick ist, das offene Ende der Antennenzuleitung auch an der Antenne an zu schließen. Dazu werden ca. 2 Windungen der Spule am Spulenanfang abgegriffen (oder 2 Windungen neu gewickelt). Jetzt wird die Spule am Koax- Schirm angeschlossen (Vorher war der Schirm offen). An die Koax- Seele wird ein 500pF Kondensator gelötet. Dieser wird dann an dem Spulenabgriff (2 Wdg.) angeschlossen. Durch ermitteln der genauen Lage des Spulenabgriffs lĂ€sst sich die Antenne jetzt gut abstimmen. Das SWR reagiert nicht mehr so empfindlich auf UmgebungseinflĂŒsse.
DL7AXO ermittelte den Wert von 400 bis 500 pF mit einem Radio-Drehko "Da kommt es nicht auf 50 piko an". Ich entschied mich fĂŒr einen 500pF Festkondensator mit hoher Spannungsfestigkeit ĂŒber 1kV.

Sendeversuche

Als ich beide Antennen nach 2 Tagen fertig gebaut und abgestimmt hatte, ging es ans QSO-Fahren.

Die 7 MHz Antenne stand auf dem Schrank im Shack, die 3,5 MHz Version in der KĂŒche auf dem Tisch.
Am 4-4-2004 waren mĂ€ĂŸige Funkbedingungen aufgrund eines Solaren Sturms. Es konnten am Abend aber trotzdem folgende Verbindungen hergestellt werden: 19:20z - 7 MHz - EA5OT - 579/559 ... 22:40z - 3,5 MHz - YT1NT - 579/559 ... 23:00z - 3,5 MHz - G4KKI (Magloop/30W) - 579/559 QSB .
Ich war zufrieden. DemnÀchst sollen einige Feldversuche mit verschiedenen Masthöhen ausprobiert werden.

Fazit
Die kapazitive Antenne ist eine sehr platzsparende Antenne mit guten Empfangseigenschaften fĂŒr den Innenraum die auch zum Senden mit 100 Watt benutzt werden kann. Sendeseitig kann die Antenne bis jetzt nicht mit großen Antennen mithalten. Allerdings folgen noch Versuche im Freien, dann wird sich herausstellen wie gut die Abstrahlung ist.
Hinsichtlich der Problematik der Aufbauhöhe von langen Dipolantennen fĂŒr die BĂ€nder 80/160 Meter (40 bzw.80 Meter Aufbauhöhe fĂŒr flache Abstrahlung bei DX) wird diese Antennenform vielleicht noch ihren Platz in der Amateurfunkwelt bekommen.
Ich werde noch eine Antenne fĂŒr 1,8 MHz bauen und testen.
Viel Spaß beim Nachbau
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Links zum Thema Kapazitive Antennen:


http://members.tripod.com/~oe7okj/kurzfassung.htm
http://www.qsl.net/kd5ahg/tower.pdf dl7ahw
http://www.qrpproject.de/kgd.htm hb9abx
http://download.antennex.com/preview/archive4/Apr601/microvert.pdf
http://www.swschwedt.de/kunden/dm2ble/nahf-microvert.htm
http://www.dk2nb.de/projekte/microvert80/microvert80.html
http://www.dc4fs.de/microvert.xls
http://www.dk3red.homepage.t-online.de/de/s6d.htm
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